
1993 öffnete die große, inzwischen überregional bekannte Kunstschau
FORM-A( R )T erstmals ihre Pforten. Jährlich sind rd. 50 ausgewählte bildende Künstlerinnen und Künstler als Aussteller beteiligt. Gezeigt wird ausschließlich bildende Kunst. Kunsthandwerk ist nicht zugelassen. Zu jeder FORM-A( R )T erscheint ein farbiger Katalog.
Bereits kurze Zeit nach Beginn der Glinder Kulturwochen beteiligte sich der Kunstverein Ginde e.V. mit einer Kunstausstellung an der Veranstaltungsreihe. Als den Verein Anfragen auswärtiger bildender Künstlerinnen und Künstler nach einer Ausstellungsbeteiligung erreichten, erschien die Idee verlockend, den Teilnehmerkreis über den Kunstverein hinaus zu erweitern. Die Mitglieder beschlossen, den Kreis gleich groß anzulegen und ihn in Anlehnung an den Status ‚Europastadt Glinde’ auf europäische Künstler, hier war insbesondere an Künstler aus Glindes Partnerstädten gedacht worden, auszudehnen. So hieß denn auch 1991 die erste internationale Kunstausstellung zu den Glinder Kulturwochen ‚Kunst aus Europa’.
Die Gestaltung von Konzept und Organisation des Projektes der ersten internationalen Kunstausstellung war mit nicht unerheblichem Aufwand verbunden. Geeignete bildende Künstlerinnen und Künstler zu ermitteln und anzusprechen erwies sich dabei als weniger aufwendig, als die ausstellungsbereiten Kunstschaffenden von dem Veranstaltungsstandort Glinde zu überzeugen. Eine anspruchsvolle internationale Kunstausstellung in dieser Größenordnung hatte es bis dato in Glinde noch nicht gegeben. Es ließ sich hier weder eine witzige Expositions-Location in Form einer leerstehenden Fabrik, noch ein edler repräsentabler Adelssitz als Rahmen für die Kunst bieten. Da bildende Kunst nicht wie auf einem Jahrmarkt feilgeboten werden will, sondern nach einem niveauvollem Umfeld verlangt, musste nach Entsprechendem in Glinde gesucht werden. Das Ausstellungsgebäude sollte möglichst neutral gestaltete und weitgespannte Wand-, Stell- und andere Hängeflächen besitzen. Das einzige Gebäude in Glinde, dass diesen Anforderungen für eine internationale Kunstausstellung des angestrebten Maßstabes und der geplanten Größenordnung mit Zugeständnissn am ehesten entgegen kam, war das Marcellin-Verbe-Haus (Bürgerhaus) am Marktplatz. Durch Unterstützung der Stadt Glinde konnten dem Veranstaltungsgebäude in den letzten Jahren einige Attribute galeriemäßigen Standards verliehen werden.
Von Anfang an war das Interesse teilnahmeinteressierter bildender Künstlerinnen und Künstler an der internationalen Kunstausstellung erfreulich hoch. Schon im zweiten Jahr stieg die Zahl von Anfragen nach einer Teilnahme aus dem nichteuropäischen Ausland so erheblich an, dass sich der Kunstverein Glinde entschloss, die Beschränkung auf Teilnehmer aus Europa aufzuheben und die Ausstellung für bildende Künstlerinnen und Künstler aller Nationalitäten zu öffnen. Fortan hieß die internationale Kunstausstellung des Kunstverein Glinde zu den Glinder Kulturwochen FORM-A( R )T, ein Wortspiel aus dem klassifizierenden Wort ‚Format’ und ‚art’, dem englischen Wort für Kunst.
In den vielen Jahren ihres Bestehens hat sich die FORM-A( R )T sowohl unter Künstlerinnen und Künstlern als auch unter dem kunstinteressierten Publikum den Namen einer anerkannten Exposition von hoher künstlerischer Qualität erworben. Dazu hat nicht zuletzt die fachkundige, sorgfältige und kreative Vorbereitung der Veranstaltung durch die selbst kunstschaffend tätigen Mitglieder des Kunstvereins beigetragen. Mit der FORM-A( R )T schufen und schaffen jährlich Glinder Künstlerinnen und Künstler ehrenamtlich für ihre Künstlerkolleginnen und Kollegen aus nah und fern ein Forum der Begegnung zwischen Kunst, Künstler und Publikum. Die FORM-A( R )T wurde im Laufe der Jahre für Kunstsammler und Galeristen zu einem überregional gehandelten Geheimtipp, denn sie erkannten schnell, dass es auf der FORM-A( R )T neben vielen etablierten Künstlern auch zahlreiche junge Talente zu entdecken gibt. Kenner der Kunstszene können es bestätigen - einige Karrieren junger Künstler nahmen auf der FORM-A( R )T ihren Anfang.
|